Auf einem Profil im Internet gefunden:
das wichtigste im leben ist LIEBE …und zu LEBEN…zu lachen…ich meine nicht nur die liebe zwischen mann und frau, sondern auch die zwischen freunden..man braucht menschen denen man vertrauen kann..die einen halten wenn was ist und immer zu einem stehen, einem freude schenken. nur so kann man das leben durchhalten ohne aufzugeben…nur so…kann man das was man hat überhaupt leben nennen…
Ich habe beides nicht, und habe immer noch nicht aufgegeben…noch. Warum eigentlich nicht? Egal, darum soll es jetzt nicht gehen.
Ich bekomme beides in meinem Leben nicht, weder Liebe noch Freundschaft, weil ich niemanden kennenlerne, meine Persönlichkeit - meine Art und Weise - dafür nicht geeignet ist, ich ein schlechter Mensch bin und kein Glück verdiene.
Wenn man nicht raus/weg geht lernt man auch niemanden kennen. Ohne Freunde mit denen ich weg gehen könnte bleibe ich alleine in meinem Zimmer und lebe vegitiere vor mich hin. Selbst Gelegenheiten die sich mir bieten, nehme ich nicht wahr um wegzugehen.
Ein Beispiel dafür war vor ein paar Wochen, als Kommilitonen kurzfristig (am selben Tag) der Gruppe (~20-25 Personen) vorschlugen gemeinsam zum Weihnachtmarkt zu gehen, als Abschluss des Jahres. Ich fühlte mich nicht angesprochen und zugehörig zu der Gruppe, das wäre mir auch zu unpersönlich gewesen mitzugehen ohne mit jemanden zu reden, und mit den vielen fremden Menschen auf dem Weihnachtsmarkt wäre ich auch nicht zurecht gekommen. Ich blieb einfach sitzen und arbeitete alleine weiter als dann alle gemeinsam aus dem Raum gingen. Gefragt ob ich nicht mitkommen will hat mich niemand, vielleicht hätte ich mich dann dazu entschlossen mitzugehen wenn irgendjemand Interesse daran gezeigt hätte das ich mitkomme, dann hätte ich wenigstens eine Person gehabt mit der ich hätte reden können.
Auf Studentenpartys gehe ich auch nicht, da will ich nicht alleine hin, alleine an meinem alkoholischem Getränkt rumnippeln und dann den ganzen Abend mit niemanden reden, wärend sich um mich herum alle amüsieren und Spaß haben.
Ich traue mich halt nicht auf jemanden zuzugehen und jemanden anzusprechen aus Angst die Person zu belästigen. Wer würde schon mit mir reden und sich unterhalten wollen, das würde ich ja auch nicht mit mir wollen.
Das ist nicht nur aufs Ansprechen beschränkt, sondern wirkt sich bei mir auch im Internet aufs Anschreiben aus, wodurch ich auch im Internet niemanden kennenlerne. Selbst angeschrieben werde ich nur sehr selten mal (alle paar Wochen mal vereinzelt), angesprochen nie.
Viele virtuelle Gespräche enden dann einfach ohne Kommentar, oft schon nach einer Nachricht, vermutlich weil ich zu anders bin als die Anderen, und meine depressive und ehrliche Art sehr abschreckt. Ich möchte nicht lügen, und auf “Wie geht es dir?” kann ich nicht anders als mit “Schlecht” zu Antworten, wenn die Person sich davon noch nicht abgeschreckt fühlt folgt die alles vernichtende Frage “Wieso denn?”, auf die meine ehrliche Antwort jede Person in die Flucht schlägt.
Die aussichtsreichen Gespräche sind die, bei denen die Frage wie es mir ginge oder was ich mache, oder so ein Smalltalk-Quatsch, nicht aufkommt, sondern gleich ein Thema angesprochen wird. Das Endet aber oft wenn das Thema vorbei ist oder die andere Person meint sich nicht auch am Gespräch zu beteiligen (nur direkte Fragen meinerseits beantworten, keine eigenen Fragen stellen, neben der Antwort nichts weiter erzählen auf das man eingehen könnte).
In der Schule baute ich nie Freundschaften auf, man war zwar in einer Zwangsgemeinschaft und hat die Pausen und viel Zeit miteinander verbracht, aber das hörte mit dem Ende der Schule auf, da man sich nie selten (eigtl. nur zu Geburtstagen) außerhalb der Schule getroffen hat. Ich kann es meinen Mitschülern auch nicht verübeln, ich war damals bin ein furchtbarer Mensch. Wenn ich mal Vorschlug etwas außerschulisches zu Unternehmen hatte dazu niemand Lust (mit mir), oder schon etwas anderes vor.
Nach Ende der Schule gab von mir den Versuch sich mit zwei Personen aus der Schule jährlich zu treffen, das scheiterte aber immer an terminlichen Konflikten, die vermutlich nur vorgeschoben wurden, da sie keine Lust hatten mit mir etwas zu unternehmen.
Die einzige Freundschaft die ich mal hatte war zu B.R.. Kennen tat ich B.R. aus einer Pflegefamilie zu denen ich mehrere Jahre lang Nachmittags nach der Schule musste, weil meine Eltern so lange arbeiteten und ich sonst alleine Zuhause gewesen wäre. Die Freundschaft zerfiel dann als wir zusammen auf ein Schandmaul-Konzert gehen wollten und B.R. mich dann alleine in der Schlange zurückgelassen hat (spät Abends, ich 15 Jahre alt, Rotlichtbezirk), um stattdessen mit anderen Freunden ohne mich etwas trinken zu gehen. Auch dazu beigetragen hat das B.R. kurze Zeit danach mit M.B. zusammenkam, und die Besuche bei der Pflegefamilie aufhörten weil ich dafür zu alt wurde (-> das Amt zahlte nicht mehr dafür).
In den ersten drei Semestern des Studiums gab es eine Person (D.F.) mit der ich gemeinsam alle 2er-Teamarbeiten des Studiums gemacht habe, und mit der ich mich drei/viermal getroffen habe um gemeinsam im Kino einen Film zu gucken und davor/danach ein paar Cocktails zu trinken. Das endete dann aber mit dem Studiumabbruch der Person weil dessen Vater gestorben ist, und aus Mangel an elektronischen Kontaktadressen.
Ich muss mich damit abfinden das ich nie jemanden finden werde, weder für eine Freundschaft und erst recht nicht für eine Liebe. In meinem Leben wird abgesehen von meinem Beruf nie etwas eine Rolle spielen. Und davor fürchte ich mich, da es mich nicht glücklich macht - ich so ein Leben nicht führen möchte. Das einzige das mich am Leben hält ist die kleine unwahrwscheinliche Möglichkeit das es doch anders kommt als ich denke, aber so wie es jetzt ist halte ich es nicht ewig aus…