Soziale Isolation
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Endogene Faktoren
Den genannten endogenen Faktoren gemeinsam ist die Tatsache, dass sie sich bei fortdauernder Isolation zunehmend verfestigen, da die Fähigkeit zur Relativierung und zur angemessenen Einschätzung der eigenen Erlebnisse und des äußeren Geschehens gerade wegen des Mangels an sozialen Erfahrungen fehlt. Hierdurch entsteht die Gefahr, dass sich die isolierte Person durch ihre verzerrte Wahrnehmung in eine Lage manövriert, in der der Ausbruch aus der Isolation aus eigener Kraft faktisch unmöglich wird. Der Isolierte entwickelt ein in sich geschlossenes, hermetisches Selbstbild, das von der sozialen Realität abgekoppelt ist und zu Handlungs- und Verhaltensweisen führen kann, die sich gegenüber sozialen Rückmeldungen gewissermaßen verselbstständigen: Der normale soziale Regelkreis, bei dem das eigene Handeln an den Reaktionen der Umwelt gemessen und erforderlichenfalls korrigiert oder angepasst wird, ist bei schweren Fällen sozialer Isolation durchbrochen.
Negatives Selbstbild
Mangelndes Selbstwertgefühl lässt Menschen daran zweifeln, dass andere sie als wertvoll, angenehm oder in anderer Weise positiv wahrnehmen könnten. Unter geistiger Vorwegnahme drohender Zurückweisungen unternehmen solche Personen daher gar nicht erst den Versuch, ihre negativen Einschätzungen durch praktische Erfahrungen zu überprüfen (Selbsterfüllende Prophezeiung).
Unangemessene Generalisierung spezifischer sozialer Erlebnisse
Der Mangel an sozialen Erfahrungen führt dazu, dass isoliert lebende Personen einzelne, zufällig eintretende negative Ereignisse in ihrer Allgemeingültigkeit überbewerten. Außerdem besteht die Tendenz, die besonderen Umstände einer tatsächlich bestehenden Isolationssituation auszublenden und durch die Auffassung zu ersetzen, man passe generell nicht in soziale Zusammenhänge hinein.
Selektiv negative Wahrnehmung
Isoliert lebende Personen entwickeln Wahrnehmungsmuster, bei denen in zunehmendem Maße negative Erfahrungen verarbeitet werden, während positive Ereignisse systematisch ausgeblendet werden. Das subjektive Erleben der eigenen Rolle im sozialen Umfeld ist daher das einer Reihung von Misserfolgen und Zurückweisungen. Angst vor Versagen und die generelle Erwartung von Unheil führen zum verstärkten Rückzug aus dem sozialen Raum.
Spezifische Attributierungsmuster
Isoliert lebende Personen tendieren dazu, (Pseudo-)Erklärungen für ihre Isolation zu entwickeln, deren gemeinsames Muster darin besteht, dass die unbefriedigenden und als schmerzhaft empfundenen sozialen Erfahrungen stets negativen Eigenschaften der eigenen Persönlichkeit zugeschrieben werden (internale Attribution) – beispielsweise mangelnder Attraktivität oder Liebenswürdigkeit. Die sich von der Gesellschaft zurückgestoßen und abgelehnt fühlende Person liefert somit ebendieser Gesellschaft geradezu die Argumente dafür, warum es “richtig” ist, Zurückstoßung und Ablehnung zu signalisieren. Die Vorstellung, dass die Gründe für das Misslingen sozialer Interaktion auch im Gegenüber oder in den Situationsumständen liegen könnten (externale Attribution), ist einer chronisch isolierten Person oft nicht mehr vermittelbar.
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Hervorhebungen von mir -> Relevanz
(Quelle: Wikipedia)

