Fehlzeiten

Ich bin seit etwa zwei Wochen krank (Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Heiser, Gewichtszunahme), aber statt mich Krankschreiben zu lassen pumpe ich mich mit Medikamenten voll, quäle mich jeden Tag zur Hochschule und arbeite, wie sonst auch immer in meiner Freizeit viel an den Aufgaben.

Den etwa 16 Stunden Anwesenheitspflicht in der Woche stehen etwa 12 Stunden Vorlesungen gegenüber, an denen es mir frei steht zu kommen oder nicht - ich komme natürlich trotz Krankheit.

Andernfalls müsste ich die Aufgaben und die Anwesenheitszeit später nachholen, sowie den inhaltlichen Stoff aus den Vorlesungen nacharbeiten. Da ich keine Kontakte zu Kommilitonen habe steht mir für letzteres keine Mitschriften oder Notizen zur Verfügung. Die Aufgaben und Leistungen die in der Anwesenheitszeit zu erbringen sind, sind schlicht zu viel/hoch, um sie nachzuholen, da ja auch zusätzlich noch die neuen Aufgaben zu machen sind - Lösungen von Kommilitonen zu übernehmen ist auch keine Option.

Eine Kranschreibung käme quasi dem Durchfallen in einigen Modulen gleich, die ich dann nächstes Semester wiederholen müsste, was mein gesamtes Studium in die Länge ziehen würde. Das kann ich mir finanziell nicht leisten, aufgrund einer kürzlichen Gesetzesänderung beim BAföG-Gesetz, die dann wirken würde.

Darunter leidet dann langfristig meine Gesundheit. Mich würde es nicht wundern nach einigen Jahren im Beruf, oder sogar noch im Studium, das BurnOut-Syndrom zu bekommen. Ich habe ja auch kein Privatleben, Hobbys, Freunde, Beziehung, soziale Kontakte oder sowas als Ausgleich, wodurch mir nichts anderes bleibt als mich voll aufs Studium und später die Arbeit zu konzentrieren.

Alle Dinge haben ein Ende

Mich beschäftigte Heute die Frage ob mein Leben ewig so weitergehen wird.

Ohne Freunde, ohne Beziehung, soziale Kontakte nur flüchtig zu Menschen mit denen ich arbeite, nur ein Berufsleben führen und kein Privatleben, nie Kinder haben werde, nie Sex haben werde, nie jemanden finden werde der mich liebt, usw.

Bis mir dann die Erkenntnis kam, das es auf keinen Fall ewig so weitergehen wird.

Die Erinnerung an die Tatsache das die eigene Lebenszeit endlich ist, unabhängig von noch ausstehenden Erlebnissen, Erfahrungen, Träumen und Wünschen, sich das Problem von selbst aus der Welt schafft, durch den eigenen Tod, ist auf irgend eine Weise sehr beruhigend.

Selbst wenn sich zu meinen Lebzeiten an meinen Problemen (mein eigentliches Problem ist ja das Leben selbst - nicht nur mein eigenes (das besonders), sondern jedes Leben) nichts ändert, so spielt es nach meinem Tod keine Rolle mehr, da ich nicht mehr existieren werde um mich daran erinnern oder etwas empfinden zu können.

Was erwartet mich im Leben

Beruflich

Manchmal denke ich darüber nach mein Studium abzubrechen. Nicht weil ich damit überfordert bin, oder es mir keinen Spaß macht, sondern weil ich einfach keine Zukunft für mich sehe (nicht nur beruflich).

Vom Stoff her ist es kein Problem für mich, und ich würde mich als Spitzenkraft einschätzen. Ich habe gute Noten (1.x), weiß wovon ich rede und was ich mache. Ich habe jedoch so gut wie keine Softskills, komme nicht gut mit anderen Menschen aus und habe kein Privatleben. So etwas fällt in einem Vorstellungsgespräch, spätestens in der Probezeit auf.

Selbst wenn das für den ein oder anderen Arbeitgeber kein Problem wäre, ist mein Wunschberuf in westlichen Ländern so gut wie am aussterben. Er wird immer mehr nach nach Indien, Thailand, China, usw. ausgelagert, um Kosten zu sparen.

Ich werde nie etwas bedeutendes im Leben leisten, nicht das es eine Rolle spielen würde wenn ich es tun würde (aufs Universum betrachtet sind wir Menschen nur ein Krümel Dreck auf einem Sandkorn eines riesigen nicht enden wollenden Strandes, dessen Lebenszeit dem Bruchteil des Lebens einer Eintagsfliege entspricht), aber oft wünschte ich ich würde.


Finanziell

Ich habe zwar ein bisschen Geld gespart, aber viel ist es nicht (5.000 - 10.000 €) um davon lange Leben zu können. Ich kann nicht ewig vom Geld meiner Eltern und von sozialen Zuwendungen (BAföG) leben, das möchte ich auch nicht.

Meine Eltern sterben irgendwann und hinterlassen mir und meinem Bruder das Haus, das wir vermutlich nicht mal verkauft bekommen werden (100.000 - 150.000 €). Ein paar Jahre dürfte ich damit (~43%) wohl über die Runden kommen, und was dann?

BAföG bekomme ich nur solange ich studiere, was auch nicht mehr all zu lange dauert, auch wenn ich noch ein zweites Studium (Master) machen würde, bliebe es fraglich, ob ich das auch finanziert bekäme. Danach erhielte ich kein Arbeitslosengeld, da ich noch nie gearbeitet habe, sondern Hartz IV.

Warum leben wir in einer Welt in der man Geld braucht für ein Dach über den Kopf und etwas zu Essen und zu Trinken? Wozu brauchen wir überhaupt Geld, statt alles unentgeltlich unseren Mitmenschen anzubieten? Letzendlich ist Geld auch nur Heuchelei von Gerechtigkeit um andere (Länder/Völker/Klassen/Rassen) auszubeuten (Zinsen).

Wieviel ich mal verdienen werde ist mir egal, solange ich den Beruf bekomme den ich mir wünsche, ich spaß dran habe, andere Menschen damit glücklich machen kann, alle meine Rechnungen bezahlen kann und genug Freizeit für eine eventuelle Familie hätte. Ich brauche kein luxeriöses Leben, und groß Besitztümer anhäufen will ich auch nicht.


Freundschaftlich

Da ich sehr schlecht darin bin Kontakte zu knüpfen und zu halten, und bisher keine Freunde habe, habe ich keinen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern könnte. Mit Glück entwickeln sich später mal freundliche Bekanntschaften zu Arbeitskollegen oder Nachbarn, aber nichts wirklich freundschaftliches.

Auch in bereich von Onlinekontakten sah es schon einmal besser aus bei mir. Als ich noch MMORPGs (WoW u.a.) spielte gab es ein paar Personen mit denen ich mich häufig unterhalten konnte, aber nie wirklich tiefgründig. Vielleicht ändert sich in der Hinsicht etwas bei mir wenn ich “The old Republic” spielen werde, aber an eine wirkliche Freundschaft, die sich auch aufs reale Leben ausweitet glaube ich dabei nicht.


Liebe

Selbst wenn ich noch einen Menschen kennenlernen sollte, in den ich mich verlieben könnte, warum sollte er mich lieben?

Was habe ich schon zu bieten? Ich bin weder hübsch noch sexuell attraktiv. Ich habe jede Menge undiagnostizierte psychische Probleme, für die es für die meisten vermutlich nicht mal einen Namen gibt. Weder beruflich noch finanziell habe noch werde ich jemals viel zu bieten haben. In meiner Freizeitgestalltung bin ich langweiliger als ein Stein, den man wenigstens noch aufs Wasser werfen kann, und der dann Wellen schlägt.

Das einzige was ich zu bieten hätte wäre Liebe, Ehrlichkeit und Treue, aber wem reicht so etwas heutzutage schon?

Ich bin so unentschlossen, ängstlich und schüchtern, das es schon ein Wunder wäre jemanden für eine einzige Nacht zu finden.


Ausweg

Aber was kann ich tun? Ich könnte mein Studium abbrechen, aber was dann? Ich habe schon kein Privatleben, und ohne berufliche Zukunft was bleibt mir dann noch? Ich fühle mich überfordert und Alternativlos. Es ist das einzige Pferd auf das ich wette, alle anderen Möglichkeiten scheinen für mich schon abgefahren. Wenn ich mit dem Studium scheitere bleibt mir nichts.

Manchmal stelle ich mir vor einfach davonzulaufen. Einfach all meinen Besitz zu lassen wo er ist, auf meine Familie und mein Studium zu scheißen, und einfach zu gehen. Ich weiß nicht wohin, nur einfach gehen, mir ein paar Sachen zum Anziehen, und etwas Taschengeld mitnehmen, und raus in die Wildnis gehen, und von Tag zu Tag zu Leben. Mir irgendwo ein Stück Natur suchen, in dem ich alleine Leben kann ohne andere Menschen die mich stören, oder von denen ich abhängig bin. Mir meine Nahrung selbst anpflanzen, und mir eine eigene Unterkunft im Wald bauen. Aber wo ist so etwas schon möglich? Es gibts kein Stück Land, das nicht irgendwem gehört, selbst wenn ich ein Stück Land kaufen würde, irgendein Staat würde immer noch anspruch darauf erheben, und mich zwingen deren Gesetze zu befolgen und derenn Steuern zu bezahlen.

Und so wirklich wollen tue ich das auch nicht. Wer will schon wirklich alleine Leben? Ohne andere Menschen wären wir nichts. Wir wären nur ein Haufen Affen ohne Häuser, ohne Werkzeuge, ohne Bücher, ohne Kultur, ohne Sprache und folglich ohne die Fähigkeit klare Gedanken fassen zu können. Das Leben wird erst zu etwas durch die Interaktion mit anderen Menschen.

Zwischenschreibsel

Nackt auf der Couch liegen, Liebeslieder hören und zu weinen ist zwar nicht produktiv, aber es ist besser als für die morgige (letzte) Klausur zu lernen.

Morgen vielleicht mal wieder ein längerer Text.

Was passiert wenn ich sterbe?

Diese Frage habe ich mir schon häufig gestellt, aber Heute habe ich sie mir von einem neuem Blickwinkel aus gestellt. Ich nahm mir zwei Kuscheltiere und verkroch mich ins Bett, vergoss sogar ein paar Tränen (was mir die letzten Wochen/Monate häufiger passiert, davor aber schon einige Jahre her ist).

Meistens denke ich daran, was mit meinem Körper passiert, mit meinem Bewusstsein oder meinen weltlichen Schaffen. Heute fragte ich mich, was mit den anderen Menschen passiert die mich kennen.

Hat mein Tod einen Einfluss auf andere Menschen? Werden andere Menschen meinen Tod bedauern oder gar betrauern? Werden einige Menschen vllt. sogar gar nichts von meinem Tod erfahren?

Die Ergebnisse meiner Überlegungen, lassen sich in Personengruppen einordnen:

Meine nahe Familie besteht aus meiner Mutter (bei der ich wohne), meinem Vater und meinem größerem Bruder. Zu allen drei habe ich kein gutes Verhältnis.

Meine Mutter würde meinen Tod vermutlich am schlimmsten Treffen, ihre bereits vorhandene Depression würde sich noch verschlimmern, ich halte einen Selbstmord ihrerseits sogar für sehr wahrscheinlich. Sie müsste sich eine neue Wohnung suchen, würde vermutlich aufhören zu arbeiten (Frührente) und sich in ihre Wohnung zurückziehen. Soziale Kontakte hätte sie dann nur noch zu meinem Bruder - der auch kein gutes Verhältnis zu ihr hat.

Meinen Vater würde mein Tod kaum treffen, er würde vllt. etwas trauern, und es dann schnell “vergessen”. Ebenso mein Bruder, den ich nur alle paar Monate mal treffe, und zu dem ich nie eine wirkliche Beziehung aufgebaut habe.

Meine weitere Familie (Onkel, Tanten, Cousains, …) würde mit Sicherheit von meinem Tod erfahren, vermutlich sogar zu meiner Beerdigung oder sowas kommen, aber keinen würde es groß kümmern.

Eine(n) Freund(in) habe ich nicht, Freunde auch nicht.

Im Falle meines Todes müsste meine Hochschule informiert werden, und ich exmatrikuliert werden. Das würde keinerlei Reaktion hervorrufen. Meine Kommilitonen würden nicht darüber informiert werden. Einige würden sich vllt. Fragen warum sie mich nicht mehr in der Vorlesung sehen, aber keiner würde sich groß genug für mich interessieren, als das jemand das recherchieren würde.

Meine ehemaligen Klassenkameraden aus der Schule würden auch nichts erfahren. Vermutlich erst in ein paar Jahren, wenn sie versuchen ein Klassentreffen zu organisieren und bei meinen Eltern anrufen. Groß treffen würde es keinen, man würd sich möglicherweise 1-2 Minuten über mich unterhalten, mehr aber auch nicht.

Selbst wenn meine Familie eine Todesanzeige in der Zeitung oder so aufgeben würden (was ich bezweifle): Wer liest denn sowas?

Online Bekannte werden ebenso nichts erfahren, ich werde einfach nicht mehr online kommen und sie werden mich vergessen.

Niemand wird sich mit meinen Computer, Laptop, Server, Homepage, Twitter, ICQ, MSN, Skype, Facebook, etc. auseinandersetzen, schon weil meine Passwörter dazu fehlen würden. Selbst wenn ich diese verfügbar hielte, fehlt meiner Familie völlig das Interesse an diesem Abschnitt meines Lebens. Die Hardware würde vermutlich mein Bruder oder mein älterer Cousain übernehmen und alles Löschen - an meiner Verschlüsselung käme er nicht vorbei.

Gute Aussichten also.