Platz wegnehmen

Ich gehe in keine Bars oder Clubs, auch zu keinen Partys wie z.B. zu Studentenpartys zu denen ich ab und zu automatisch per E-Mail eingeladen werde. Ich kenne dort niemanden und habe auch keine Freunde die mit mir weggehen könnten. Würde ich dort hingehen würde mich dort niemand kennen, ich wäre alleine und würde mit niemanden sprechen, denn ich hätte das Gefühl das mich niemand dort haben will, ich unerwünscht bin.

Ich gehe auch so nicht gerne raus, denn ich würde anderen Personen Platz wegnehmen. Wenn ich im Bus oder der Bahn bin belege ich einen Sitzplatz oder stehe und versperre/behindere anderen den Durchgang. Selbst in einem Park oder Wald würde Ich Platz einnehmen, sei es nun auf der Parkbank auf der ich sitze oder dem Fleck Wiese auf dem niemand anderes zur gleichen Zeit sein kann. Es mag zwar genug Platz selbst mit mir dort sein, aber es würde sie beeinflussen, sie müssten mir auf dem Weg ausweichen um nicht mit mir zusammenzustoßen oder woanders sitzen statt dort wo sie eigentlich lieber wären. Ich störe Menschen durch meine bloße Anwesenheit, und durch mein häßliches Aussehen oder meinen depressiven, traurigen Blick kränke ich sie vermutlich zusätzlich noch.

Am Freitag war eine Familienfeier, zu der ich nicht gegangen bin mit der Begründung “keine Lust”. Keine Lust darauf von jedem gefragt zu werden wann mein Studium vorbei ist und was ich danach machen werde. Keine Lust auf die Gespräche über die schwangere Freundin meines Bruders, und wann es bei mir denn mal so weit mit Nachwuchs wäre - selbstverständlich niemals, ohne [Partner/Partnerin]. Meine Mutter sagte mir danach das jeder mich vermisst und nach mir gefragt hätte. Ich galube ihr nicht. Nicht dass sie das nicht alle gesagt hätten, weil es gesellschaftliche Norm ist so etwas zu sagen und es von ihnen erwartet wird. Ich glaube nur nicht das irgendjemand länger als fünf Sekunden ein Gefühl verspürte das “vermissen” in einer entfernten Art und Weise irgendwie ähnlich sein könnte.

Durch meine bloße Existenz schade ich anderen. Das fängt schon bei meinen Eltern an, bei denen ich wohne, die mir Nahrung, Wasser, Strom, Heizung und Internet bezahlen. Für jede Mahlzeit die ich zu mir nehme haben andere Menschen gearbeitet, haben Tiere gelitten und ihr Leben gelassen. Jeder Tropfen sauberes Trinkwasser den ich verbrauche muss wieder aufbereitet werden, und wäre in Ländern wie Uganda, Somalia oder Nigeria viel sinnvoller aufgehoben. Mit jedem Atemzug den ich tätige verbrauche ich Sauerstoff und stoße CO2 aus, den Lebewesen die wir Pflanzen nennen mittels Photosynthese wieder zurückwandeln müssen.

Mein Leben ist wertlos - könnte man es quantitativ messen, hätte es einen negativen Wert, weil ich der Gesellschaft mehr koste als nutze. Es gibt so viele Lebewesen die es viel mehr verdient haben zu Leben als ich - Lebewesen die Leben wollen, aber nicht das “Glück” dazu hatten/haben.

Negative Frauenquote

Das Leben läuft nicht immer so wie man es gerne hätte.

Eine ehemalige Bekannte hatte so schlechte Noten in ihrer Schule, dass sie gegen Ende hin absichtlich schlechtere Noten schrieb, um einen Notendurchschnitt zu bekommen mit dem sie unmöglich bestehen kann (aufgrund des Durchschnitts oder aufgrund zu vieler 5en/6en - weiß ich nicht mehr so genau). Dann hätte sie nämlich das letzte Jahr wiederholen können um bei den wiederholten Klausuren (vermutlich) bessere Ergebnisse erzielen zu können, um dadurch einen besseren Abschluss zu haben für die Studienplatzvergabe.

Die schlechten Noten hat sie bekommen, und mit dem erreichtem Durchschnitt hätte sie durchfallen müssen. Womit sie nicht gerechnet hat war, dass die Lehrer nach der Abschlussarbeit ihr einen Gefallen tun wollten und noch eine Sonderkonferenz einberufen haben, um nachträglich ihre Noten zu verbessern, damit sie gerade noch so mit dem schlechtmöglichstem Durchschnitt bestehen kann.

Warum die Lehrer es wirklich machten weiß niemand genau, die gängige Theorie ist das sie es taten weil sie nur eine von lediglich zwei Frauen in ihrem Jahrgang war in einem männerdominierten Berufsfeld, eine der wenigen Frauen da durchfallen zu lassen wäre schlecht für die Quote der Schule gewesen.

Mit den schlechten Notendurchschnitt hatte sie danach massive Probleme einen Studienplatz oder Arbeitsplatz zu bekommen.

Versuch #2

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen zu Silvester einen Eintrag zu posten, in dem ich mir einen guten Vorsatz zum neuem Jahr auferlegt hätte. Dieser Vorsatz hätte zum Ziel gehabt dieses Jahr ein Date zu bekommen. Hätte ich es nicht geschafft mindestens eine Verabredung in diesem Jahr zu bekommen wäre die letztendliche Konsequenz im folgendem Jahr Suizid zu begehen (ich kann und will nicht den Rest meines Lebens alleine verbringen ohne je eine Beziehung gehabt zu haben, ohne je geliebt worden zu sein und ohne je Sex gehabt zu haben). Als Hilfsmittel um das zu erreichen und um meine extreme Schüchternheit zu überwinden, hätte ich jeden Monat mindestens eine Person anschreiben müssen, mit Strafen für mich wenn ich das nicht geschafft hätte (alleine Freizeitaktivitäten angehen bei denen ich jemanden hätte kennenlernen können).

Den Post hatte ich schon fertig geschrieben mit jeder Menge spezifischer Regeln (damit ich mich nicht selbst Betrüge - ich kenne mich…), Ausnahmen, Begründungen und praktischen Anweisungen für mich. Ich hätte den Post eigentlich nur noch publizieren müssen, und ich habe ihn auch jetzt noch in meinen Entwürfen liegen. Irgendwie war mir gegen Silvester dann doch nicht danach es durchzuziehen, weil ich dieses Jahr sicherlich noch sehr mit dem Abschließen meines Studiums beschäftigt sein werde, und so dachte ich mir das Vorhaben vielleicht auf das nächste Jahr zu verschieben.


Auch wenn ich es nicht vor hatte, so habe ich dennoch im Januar jemanden angeschrieben (die zweite Person überhaupt, die erste Person war J.G.) weil mir danach war - mir die Person gefiel. Das wurde jedoch ein Reinfall (ich schrieb etwas falsches, das man auch als Beleidigung hätte auffassen können, auch wenn ich es nicht so gemeint habe) und führte deshalb zu nichts (wegen meinerseitigen Schuldgefühlen deswegen).

Im Februar dann meldete ich mich auf einer weiteren Partnerbörse an (echt toller Funktionsumfang, auf Englisch und kostenlos für alle Geschlechter, aber mit vergleichsweise wenig deutschen Nutzern), und auch wenn ich in dem Monat niemanden anschrieb, so wurde ich dort von einer Person (H.A.) angeschrieben, deren Profil mir vorher schon aufgefallen war (und hoffte angeschrieben zu werden), mit der ich mich dann auch sehr gut verstand, und seitdem viel schrieb (soviel Text, Inhalt und Schreibkunst wie seit S.B. nicht mehr).

Morgen habe ich mit dieser Person ein erstes Date :-) Also obwohl ich es verschoben hatte, habe ich dennoch meinen “guten Vorsatz” einer Verabredung erreicht. Das wird dann der zweite Mensch in meinem Leben mit dem ich ein Date haben werde (der erste war S.B.).


Ich freue mich sehr auf Morgen, hoffe das nichts schiefgeht, und im Laufe der Zeit vielleicht noch mehr daraus wird, habe aber Zweifel daran. Über S.B. bin ich noch lange nicht hinweg. Denke noch häufig an diesen Menschen der mir so viel bedeutet hat, liebe ihn noch und glaube nicht wirklich daran das sich das je ändern wird. Ist das ein Problem? Bin ich überhaupt in der Lage diese neue Person so zu lieben wie sie es verdient? Ist es dieser neuen Person gegenüber fair Hoffnungen zu wecken, wenn ich noch Gefühle für eine andere Person (S.B.) hege aus denen absolut niemals etwas werden wird?

Ist in meinem Herzen vielleicht gar kein Platz für einen neuen Menschen? Wird S.B. für immer in meinem Herzen bleiben und es ganz für sich beanspruchen, also niemanden neben sich dulden? Wird die Liebe für S.B. Platz machen um andere Menschen neben sich zu akzeptieren? Oder wird sogar S.B. durch diese Erfahrung ganz aus meinem Herzen verschwinden und es für neue Personen freigeben? Und warum müssen solche Dinge immer so kompliziert sein? :-(

Weshalb ich einsam bleiben werde

Auf einem Profil im Internet gefunden:

das wichtigste im leben ist LIEBE …und zu LEBEN…zu lachen…ich meine nicht nur die liebe zwischen mann und frau, sondern auch die zwischen freunden..man braucht menschen denen man vertrauen kann..die einen halten wenn was ist und immer zu einem stehen, einem freude schenken. nur so kann man das leben durchhalten ohne aufzugeben…nur so…kann man das was man hat überhaupt leben nennen…

Ich habe beides nicht, und habe immer noch nicht aufgegeben…noch. Warum eigentlich nicht? Egal, darum soll es jetzt nicht gehen.

Ich bekomme beides in meinem Leben nicht, weder Liebe noch Freundschaft, weil ich niemanden kennenlerne, meine Persönlichkeit - meine Art und Weise - dafür nicht geeignet ist, ich ein schlechter Mensch bin und kein Glück verdiene.


Wenn man nicht raus/weg geht lernt man auch niemanden kennen. Ohne Freunde mit denen ich weg gehen könnte bleibe ich alleine in meinem Zimmer und lebe vegitiere vor mich hin. Selbst Gelegenheiten die sich mir bieten, nehme ich nicht wahr um wegzugehen.

Ein Beispiel dafür war vor ein paar Wochen, als Kommilitonen kurzfristig (am selben Tag) der Gruppe (~20-25 Personen) vorschlugen gemeinsam zum Weihnachtmarkt zu gehen, als Abschluss des Jahres. Ich fühlte mich nicht angesprochen und zugehörig zu der Gruppe, das wäre mir auch zu unpersönlich gewesen mitzugehen ohne mit jemanden zu reden, und mit den vielen fremden Menschen auf dem Weihnachtsmarkt wäre ich auch nicht zurecht gekommen. Ich blieb einfach sitzen und arbeitete alleine weiter als dann alle gemeinsam aus dem Raum gingen. Gefragt ob ich nicht mitkommen will hat mich niemand, vielleicht hätte ich mich dann dazu entschlossen mitzugehen wenn irgendjemand Interesse daran gezeigt hätte das ich mitkomme, dann hätte ich wenigstens eine Person gehabt mit der ich hätte reden können.

Auf Studentenpartys gehe ich auch nicht, da will ich nicht alleine hin, alleine an meinem alkoholischem Getränkt rumnippeln und dann den ganzen Abend mit niemanden reden, wärend sich um mich herum alle amüsieren und Spaß haben.


Ich traue mich halt nicht auf jemanden zuzugehen und jemanden anzusprechen aus Angst die Person zu belästigen. Wer würde schon mit mir reden und sich unterhalten wollen, das würde ich ja auch nicht mit mir wollen.

Das ist nicht nur aufs Ansprechen beschränkt, sondern wirkt sich bei mir auch im Internet aufs Anschreiben aus, wodurch ich auch im Internet niemanden kennenlerne. Selbst angeschrieben werde ich nur sehr selten mal (alle paar Wochen mal vereinzelt), angesprochen nie.

Viele virtuelle Gespräche enden dann einfach ohne Kommentar, oft schon nach einer Nachricht, vermutlich weil ich zu anders bin als die Anderen, und meine depressive und ehrliche Art sehr abschreckt. Ich möchte nicht lügen, und auf “Wie geht es dir?” kann ich nicht anders als mit “Schlecht” zu Antworten, wenn die Person sich davon noch nicht abgeschreckt fühlt folgt die alles vernichtende Frage “Wieso denn?”, auf die meine ehrliche Antwort jede Person in die Flucht schlägt.

Die aussichtsreichen Gespräche sind die, bei denen die Frage wie es mir ginge oder was ich mache, oder so ein Smalltalk-Quatsch, nicht aufkommt, sondern gleich ein Thema angesprochen wird. Das Endet aber oft wenn das Thema vorbei ist oder die andere Person meint sich nicht auch am Gespräch zu beteiligen (nur direkte Fragen meinerseits beantworten, keine eigenen Fragen stellen, neben der Antwort nichts weiter erzählen auf das man eingehen könnte).


In der Schule baute ich nie Freundschaften auf, man war zwar in einer Zwangsgemeinschaft und hat die Pausen und viel Zeit miteinander verbracht, aber das hörte mit dem Ende der Schule auf, da man sich nie selten (eigtl. nur zu Geburtstagen) außerhalb der Schule getroffen hat. Ich kann es meinen Mitschülern auch nicht verübeln, ich war damals bin ein furchtbarer Mensch. Wenn ich mal Vorschlug etwas außerschulisches zu Unternehmen hatte dazu niemand Lust (mit mir), oder schon etwas anderes vor.

Nach Ende der Schule gab von mir den Versuch sich mit zwei Personen aus der Schule jährlich zu treffen, das scheiterte aber immer an terminlichen Konflikten, die vermutlich nur vorgeschoben wurden, da sie keine Lust hatten mit mir etwas zu unternehmen.

Die einzige Freundschaft die ich mal hatte war zu B.R.. Kennen tat ich B.R. aus einer Pflegefamilie zu denen ich mehrere Jahre lang Nachmittags nach der Schule musste, weil meine Eltern so lange arbeiteten und ich sonst alleine Zuhause gewesen wäre. Die Freundschaft zerfiel dann als wir zusammen auf ein Schandmaul-Konzert gehen wollten und B.R. mich dann alleine in der Schlange zurückgelassen hat (spät Abends, ich 15 Jahre alt, Rotlichtbezirk), um stattdessen mit anderen Freunden ohne mich etwas trinken zu gehen. Auch dazu beigetragen hat das B.R. kurze Zeit danach mit M.B. zusammenkam, und die Besuche bei der Pflegefamilie aufhörten weil ich dafür zu alt wurde (-> das Amt zahlte nicht mehr dafür).

In den ersten drei Semestern des Studiums gab es eine Person (D.F.) mit der ich gemeinsam alle 2er-Teamarbeiten des Studiums gemacht habe, und mit der ich mich drei/viermal getroffen habe um gemeinsam im Kino einen Film zu gucken und davor/danach ein paar Cocktails zu trinken. Das endete dann aber mit dem Studiumabbruch der Person weil dessen Vater gestorben ist, und aus Mangel an elektronischen Kontaktadressen.


Ich muss mich damit abfinden das ich nie jemanden finden werde, weder für eine Freundschaft und erst recht nicht für eine Liebe. In meinem Leben wird abgesehen von meinem Beruf nie etwas eine Rolle spielen. Und davor fürchte ich mich, da es mich nicht glücklich macht - ich so ein Leben nicht führen möchte. Das einzige das mich am Leben hält ist die kleine unwahrwscheinliche Möglichkeit das es doch anders kommt als ich denke, aber so wie es jetzt ist halte ich es nicht ewig aus…

Fehlzeiten

Ich bin seit etwa zwei Wochen krank (Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Heiser, Gewichtszunahme), aber statt mich Krankschreiben zu lassen pumpe ich mich mit Medikamenten voll, quäle mich jeden Tag zur Hochschule und arbeite, wie sonst auch immer in meiner Freizeit viel an den Aufgaben.

Den etwa 16 Stunden Anwesenheitspflicht in der Woche stehen etwa 12 Stunden Vorlesungen gegenüber, an denen es mir frei steht zu kommen oder nicht - ich komme natürlich trotz Krankheit.

Andernfalls müsste ich die Aufgaben und die Anwesenheitszeit später nachholen, sowie den inhaltlichen Stoff aus den Vorlesungen nacharbeiten. Da ich keine Kontakte zu Kommilitonen habe steht mir für letzteres keine Mitschriften oder Notizen zur Verfügung. Die Aufgaben und Leistungen die in der Anwesenheitszeit zu erbringen sind, sind schlicht zu viel/hoch, um sie nachzuholen, da ja auch zusätzlich noch die neuen Aufgaben zu machen sind - Lösungen von Kommilitonen zu übernehmen ist auch keine Option.

Eine Kranschreibung käme quasi dem Durchfallen in einigen Modulen gleich, die ich dann nächstes Semester wiederholen müsste, was mein gesamtes Studium in die Länge ziehen würde. Das kann ich mir finanziell nicht leisten, aufgrund einer kürzlichen Gesetzesänderung beim BAföG-Gesetz, die dann wirken würde.

Darunter leidet dann langfristig meine Gesundheit. Mich würde es nicht wundern nach einigen Jahren im Beruf, oder sogar noch im Studium, das BurnOut-Syndrom zu bekommen. Ich habe ja auch kein Privatleben, Hobbys, Freunde, Beziehung, soziale Kontakte oder sowas als Ausgleich, wodurch mir nichts anderes bleibt als mich voll aufs Studium und später die Arbeit zu konzentrieren.

Korrektur: Was passiert wenn ich sterbe?

Was passiert wenn ich sterbe?

Im Falle meines Todes müsste meine Hochschule informiert werden, und ich exmatrikuliert werden. Das würde keinerlei Reaktion hervorrufen. Meine Kommilitonen würden nicht darüber informiert werden. Einige würden sich vllt. Fragen warum sie mich nicht mehr in der Vorlesung sehen, aber keiner würde sich groß genug für mich interessieren, als das jemand das recherchieren würde.

Korrektur:
Die Kommilitonen werden auf Bitten der Angehörigen darüber mittels E-Mail informiert. Das weiß ich nun, da ich gerade eine solche E-Mail erhalten habe, weil sich ein mir unbekannter Kommilitone das Leben genommen hat.

Würden meine Angehörigen auch darum bitten? Würde ich das wollen? Ich glaube nicht.

Mit traurigem Gruß

Der Alltag holt mich ein

Ab Montag beginnt für mich wieder der Vorlesungsalltag, Montags bis Freitags zur Hochschule.

Die letzten Wochen war es einfach, da konnte ich (vom Urlaub mal abgesehen) mich in mein Zimmer zurückziehen, musste kein Sonnenlicht ertragen und niemanden sehen oder etwas machen. Ich habe es nicht ein mal geschafft Arzttermine zu vereinbaren.

S.B.’s Arbeitsweg kreuzt sich auf einem Bahnhof mit dem meinen, und jedes mal wenn ich dort bin habe ich panische Angst das S.B. mich sehen und ansprechen könnte, ich es nicht ertragen würde und öffentlich zusammenbrieche oder in Tränen ausbreche.

Nachdem es gerade erst aus war habe ich S.B. dort zwei mal zufällig gesehen und bin ohne etwas zu sagen mit dem Blick stur geradeaus vorbeigegangen. Obwohl S.B. mich weder angesehen geschweige denn angesprochen hat (oder gerade deswegen?), hat mich das die Tage und Folgetage schwer mitgenommen.

Morgens sollten sich unsere Wege eher nicht kreuzen, da wir zu unterschiedlichen Zeiten am Bahnhof sind, und es dann auch viel zu voll ist um jemand bestimmtes wahrnehmen zu können.

Dienstag und Mittwoch Nachmittags wird es besonders schlimm, da dann zeitlich eine Begegnung am wahrscheinlichsten ist, und am Bahnhof erfahrungsgemäß nicht viel los ist.

Was erwartet mich im Leben

Beruflich

Manchmal denke ich darüber nach mein Studium abzubrechen. Nicht weil ich damit überfordert bin, oder es mir keinen Spaß macht, sondern weil ich einfach keine Zukunft für mich sehe (nicht nur beruflich).

Vom Stoff her ist es kein Problem für mich, und ich würde mich als Spitzenkraft einschätzen. Ich habe gute Noten (1.x), weiß wovon ich rede und was ich mache. Ich habe jedoch so gut wie keine Softskills, komme nicht gut mit anderen Menschen aus und habe kein Privatleben. So etwas fällt in einem Vorstellungsgespräch, spätestens in der Probezeit auf.

Selbst wenn das für den ein oder anderen Arbeitgeber kein Problem wäre, ist mein Wunschberuf in westlichen Ländern so gut wie am aussterben. Er wird immer mehr nach nach Indien, Thailand, China, usw. ausgelagert, um Kosten zu sparen.

Ich werde nie etwas bedeutendes im Leben leisten, nicht das es eine Rolle spielen würde wenn ich es tun würde (aufs Universum betrachtet sind wir Menschen nur ein Krümel Dreck auf einem Sandkorn eines riesigen nicht enden wollenden Strandes, dessen Lebenszeit dem Bruchteil des Lebens einer Eintagsfliege entspricht), aber oft wünschte ich ich würde.


Finanziell

Ich habe zwar ein bisschen Geld gespart, aber viel ist es nicht (5.000 - 10.000 €) um davon lange Leben zu können. Ich kann nicht ewig vom Geld meiner Eltern und von sozialen Zuwendungen (BAföG) leben, das möchte ich auch nicht.

Meine Eltern sterben irgendwann und hinterlassen mir und meinem Bruder das Haus, das wir vermutlich nicht mal verkauft bekommen werden (100.000 - 150.000 €). Ein paar Jahre dürfte ich damit (~43%) wohl über die Runden kommen, und was dann?

BAföG bekomme ich nur solange ich studiere, was auch nicht mehr all zu lange dauert, auch wenn ich noch ein zweites Studium (Master) machen würde, bliebe es fraglich, ob ich das auch finanziert bekäme. Danach erhielte ich kein Arbeitslosengeld, da ich noch nie gearbeitet habe, sondern Hartz IV.

Warum leben wir in einer Welt in der man Geld braucht für ein Dach über den Kopf und etwas zu Essen und zu Trinken? Wozu brauchen wir überhaupt Geld, statt alles unentgeltlich unseren Mitmenschen anzubieten? Letzendlich ist Geld auch nur Heuchelei von Gerechtigkeit um andere (Länder/Völker/Klassen/Rassen) auszubeuten (Zinsen).

Wieviel ich mal verdienen werde ist mir egal, solange ich den Beruf bekomme den ich mir wünsche, ich spaß dran habe, andere Menschen damit glücklich machen kann, alle meine Rechnungen bezahlen kann und genug Freizeit für eine eventuelle Familie hätte. Ich brauche kein luxeriöses Leben, und groß Besitztümer anhäufen will ich auch nicht.


Freundschaftlich

Da ich sehr schlecht darin bin Kontakte zu knüpfen und zu halten, und bisher keine Freunde habe, habe ich keinen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern könnte. Mit Glück entwickeln sich später mal freundliche Bekanntschaften zu Arbeitskollegen oder Nachbarn, aber nichts wirklich freundschaftliches.

Auch in bereich von Onlinekontakten sah es schon einmal besser aus bei mir. Als ich noch MMORPGs (WoW u.a.) spielte gab es ein paar Personen mit denen ich mich häufig unterhalten konnte, aber nie wirklich tiefgründig. Vielleicht ändert sich in der Hinsicht etwas bei mir wenn ich “The old Republic” spielen werde, aber an eine wirkliche Freundschaft, die sich auch aufs reale Leben ausweitet glaube ich dabei nicht.


Liebe

Selbst wenn ich noch einen Menschen kennenlernen sollte, in den ich mich verlieben könnte, warum sollte er mich lieben?

Was habe ich schon zu bieten? Ich bin weder hübsch noch sexuell attraktiv. Ich habe jede Menge undiagnostizierte psychische Probleme, für die es für die meisten vermutlich nicht mal einen Namen gibt. Weder beruflich noch finanziell habe noch werde ich jemals viel zu bieten haben. In meiner Freizeitgestalltung bin ich langweiliger als ein Stein, den man wenigstens noch aufs Wasser werfen kann, und der dann Wellen schlägt.

Das einzige was ich zu bieten hätte wäre Liebe, Ehrlichkeit und Treue, aber wem reicht so etwas heutzutage schon?

Ich bin so unentschlossen, ängstlich und schüchtern, das es schon ein Wunder wäre jemanden für eine einzige Nacht zu finden.


Ausweg

Aber was kann ich tun? Ich könnte mein Studium abbrechen, aber was dann? Ich habe schon kein Privatleben, und ohne berufliche Zukunft was bleibt mir dann noch? Ich fühle mich überfordert und Alternativlos. Es ist das einzige Pferd auf das ich wette, alle anderen Möglichkeiten scheinen für mich schon abgefahren. Wenn ich mit dem Studium scheitere bleibt mir nichts.

Manchmal stelle ich mir vor einfach davonzulaufen. Einfach all meinen Besitz zu lassen wo er ist, auf meine Familie und mein Studium zu scheißen, und einfach zu gehen. Ich weiß nicht wohin, nur einfach gehen, mir ein paar Sachen zum Anziehen, und etwas Taschengeld mitnehmen, und raus in die Wildnis gehen, und von Tag zu Tag zu Leben. Mir irgendwo ein Stück Natur suchen, in dem ich alleine Leben kann ohne andere Menschen die mich stören, oder von denen ich abhängig bin. Mir meine Nahrung selbst anpflanzen, und mir eine eigene Unterkunft im Wald bauen. Aber wo ist so etwas schon möglich? Es gibts kein Stück Land, das nicht irgendwem gehört, selbst wenn ich ein Stück Land kaufen würde, irgendein Staat würde immer noch anspruch darauf erheben, und mich zwingen deren Gesetze zu befolgen und derenn Steuern zu bezahlen.

Und so wirklich wollen tue ich das auch nicht. Wer will schon wirklich alleine Leben? Ohne andere Menschen wären wir nichts. Wir wären nur ein Haufen Affen ohne Häuser, ohne Werkzeuge, ohne Bücher, ohne Kultur, ohne Sprache und folglich ohne die Fähigkeit klare Gedanken fassen zu können. Das Leben wird erst zu etwas durch die Interaktion mit anderen Menschen.

Zwischenschreibsel

Nackt auf der Couch liegen, Liebeslieder hören und zu weinen ist zwar nicht produktiv, aber es ist besser als für die morgige (letzte) Klausur zu lernen.

Morgen vielleicht mal wieder ein längerer Text.

Klausuren

Zurzeit wenig Zeit zu schreiben, muss lernen für Klausuren die nächsten Wochen.

Wie immer kommt man ja das ganze Semester lang nicht dazu auch nur das geringste zu lernen, da die Arbeitsbelastung an Hausarbeiten zu hoch ist.

Arzttermine o.Ä. kann ich z.B. nur in der vorlesungsfreien Zeit erledigt, da ich sonst keine freien Termine habe - ich schaffe es ja nicht mal innerhalb der Öffnungszeiten anzurufen. Warum arbeiten Ärzte eigtl. nur 2-3 Tage die Woche, haben Öffnungszeiten die keine berufstätige Person wahrnehmen kann, und machen immer dann 2 Wochen Urlaub, wenn ich mal Zeit hätte?